E-Zigarette - Die persönliche Nebelanlage
Ein Gespräch mit ... Patrick Fleischer und Andi Stenzel
Qualmen trotz Rauchverbot: Viele Münchner DJs haben's vorgemacht, jetzt sieht man immer öfter Menschen, die in der Disco dampfen. PRINZ sprach mit Patrick Fleischer und Andi Stenzel, die einen der ersten E-Zigaretten-Shops in München betreiben, über das neuste Club-Gadget.
Patrick und Andi, die E-Zigarette - was ist das eigentlich?
Die E-Zigarette ist eine weniger schädliche Alternative für Raucher. Im Prinzip funktioniert sie wie die Nebelanlage im Club, nur eben im handlichen Format. Ein Liquid, das unter anderem aus Lebensmittelzusatzstoffen besteht und wahlweise mit oder ohne Nikotin sowie in verschiedenen Aromen erhältlich ist, wird verdampft.
Und damit darf man trotz Rauchverbot überall qualmen?
Die E-Zigarette fällt nicht unters Nichtrauchergesetz, im Prinzip also: ja. Allerdings gilt in jedem Club oder Restaurant das Hausrecht - wenn der Betreiber sich gegen das Dampfen ausspricht, muss man sich daran halten.
Mal ehrlich: Ist die E-Kippe weniger schädlich als echte Zigaretten?
Wenn man sich für Liquid mit Nikotin entscheidet, fügt man sich natürlich nach wie vor Schaden zu. Allerdings enthält eine echte Zigarette übers Nikotin hinaus rund 3000 weitere Giftstoffe. Außerdem sind die Bestandteile des E-Liquids ohnehin in normalen Zigaretten enthalten. Man reduziert beim Dampfen also definitiv die Giftzufuhr. Vor allem das Wegfallen von Teer ist von Vorteil - und das nicht nur, weil gelbe Zähne, Finger oder Wände der Vergangenheit angehören, vom üblen Geruch in den Klamotten mal ganz zu schweigen. Wer aufs Dampfen umsteigt, spürt nach einiger Zeit deutlich, wie Geruchs- und Geschmackssinn sich verbessern - und das sagt ja schon einiges.
Was empfehlt ihr Rauchern, die sich vorstellen könnten, auf die E-Zigarette umzusteigen?
Man sollte ein Fachgeschäft aufsuchen. Einige haben sich zum Beispiel im Verband der E-Zigarettenhändler (vd-eh.de) organisiert. Die Verbandsmitglieder verpflichten sich, gewisse Regeln einzuhalten - etwa die Etikettierung der Liquid-Fläschchen mit Warnsymbolen. Außerdem wird man dort gut beraten und kann wie im Pipeline Store verschiedene E-Zigaretten- Modelle und Liquids testen. Ganz wichtig ist es, das richtige Liquid- Aroma für sich zu entdecken. Viele Anfänger starten mit Tabakgeschmack, landen aber letztendlich zum Beispiel bei Apfel, Melone oder Cappuccino.
Die E-Zigarette als reines Nightlife- Gadget - auch für Nichtraucher, die einfach nur mal Rauchzeichen abgeben wollen. Was haltet ihr davon?
Wir raten ab. Wer bisher Nichtraucher war, sollte sich das Qualmen nicht um eines Gadgets willen angewöhnen. Für Raucher - egal ob Gelegenheitsqualmer oder Dauerquartzer - ist die E-Zigarette allerdings eine echte Alternative.
Wie schaut's mit den Kosten fürs E-Rauchen aus?
Für die Erstanschaffung der E-Zigarette muss man mit 58 bis 68 Euro rechnen. Das amortisiert sich aber schnell, wenn man bedenkt, dass man mit 10 Milliliter E-Liquid für ca. 5 bis 10 Euro in etwa die Menge von fünf Schachteln Zigaretten verdampfen kann.
Wird sich das Dampfen mittles E-Zigarette durchsetzen?
Laut einer Studie gibt es in Deutschland bereits weit über eine Million E-Raucher - und in Ländern wie England oder den USA noch viel mehr. Das Interesse an dem alternativen Rauchgerät wird ständig größer - das merken wir tagtäglich in unserem Shop.
Das Gespräch führte Lotte Darcy






