Eine neue Generation Kulturschaffender
Die jungen Wilden
Platz da! Die neue Generation Münchner Kulturschaffender steht in den Startlöchern. PRINZ hat sich in den verschiedenen Szenen umgeschaut und die vielversprechendsten Talente ausgemacht.
Andreas Wiedermann, 31, freier Theaterregisseur
Woher wir ihn kennen? Der Absolvent des Salzburger Mozarteums gehört zum Leitungsteam der Gruppen Opera Incognita und ImPuls und sorgte mit aufregenden Operninszenierungen und Grenzgängen zwischen Literatur- und Musiktheater wie Aischylos' "Die Perser", die er vor riesigen Stahlplatten choreografierte, für Aufsehen.
Warum man ihn kennen muss? Intendant Dieter Dorn holte ihn aus der Off-Szene als Regisseur ans Bayerische Staatsschauspiel. Mit seinem eigenen Gastensemble glückte ihm im Marstall mit Sarah Kanes "Gesäubert" eine fesselnde verstörende Liebeshöllenfahrt bar aller Splatterschock-Effekte, durchwebt von zärtlichen Momenten.
Was ihn auszeichnet: Eine große Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit Stoffen, ein unbestechlich sensibler Regiestil und der Glaube an die Kraft von Theaterkollektiven. Der Regienomade ohne festen Wohnsitz begreift die Arbeit in der freien Szene nicht wie so viele als Notlösung, sondern als künstlerische Chance.
Zukunftsprognose: Im Januar will Wiedermann im Teamtheater seine "sehr eigene Version" von Shakespeares "Maß für Maß" zeigen - und ist damit auf dem besten Weg zu schaffen, was seit sehr Langem keinem Künstler in München mehr gelang: zugleich in der freien Szene und an großen Häusern Theaterkarriere zu machen.
Persönliche Empfehlungen für die Kultursaison 2009/2010: "Ich freue mich sehr auf die an den Münchner Kammerspielen und in Wien geplanten Projekte des wunderbaren lettischen Regisseurs Alvis Hermanis, der auf so anrührende wie intelligente Art Zeitgeschichte und Lebensläufe, progressive Theaterformen und die Erkundung der Nostalgie ineinanderwebt."
(www.operaincognita.de)






