"Ich denke, dass ich seltsam aussehe und eine verrückte Stimme habe"
MiMi Müller-Westernhagen im Interview
MiMi Müller-Westernhagen ist 25 Jahre jung, hübsch, sympathisch und hat genügend Talent, um den Musikolymp zu erklimmen. PRINZ traf sie vor ihrem Konzert in der Hamburger Prinzenbar und quatschte mit ihr über ihr sehr persönliches Debütalbum, Zukunftspläne und das Leben mit berühmten Eltern.
Du bist in London aufgewachsen, in einer großen Stadt mit vielen Künstlern, Musikern und Plattenlabels. Warum bist du für die Aufnahmen zu deinem ersten Album "Road To Last Night" nach Hamburg gekommen?
Eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht meine Songs aufzunehmen. Sie sind sehr privat, wie persönliche Tagebucheinträge. Ich habe sie immer nur auf meinem Handy aufgenommen. Aber als Agenten meiner deutschen Modelagentur die Songs hörten, gefielen sie ihnen sofort sehr gut und sie wollten mich einem tollen Produzenten vorstellen. Ich war erst sehr unsicher.
Wieso?
Wie gesagt, es sind sehr private Songs und es ist echt nicht so leicht Tagebucheinträge mit anderen Menschen zu teilen. Aber als ich den Produzenten Franz Plasa traf, haben wir uns sofort richtig gut verstanden. Nur mit der richtigen Person und an einem Ort, an dem man sich wohl fühlt kann man solche Songs aufnehmen. Und Hamburg war der richtige Platz für mich.
Bist du jetzt auch nach Hamburg gezogen?
Ja, kürzlich erst. Während der Studioaufnahmen habe ich mich in die Stadt verliebt. Zurück in London fühlte ich mich nicht mehr Zuhause. Die vielen Menschen, der Lärm. Hamburg dagegen ist viel grüner, man kann viel Zeit draußen in der Natur verbringen. Ich liebe das.
Video-Tipp: "Once Again" von MiMi
Wie würdest du dein erstes Album "Road To Last Night" beschreiben?
Es ist wie ein Tagebuch. Es hat Höhepunkte und Tiefpunkte. Es gibt Momente mit lauten Trommeln und verrückten Tönen und ruhige Momente, in denen ich wieder das kleine, schüchterne Wesen bin. Ich bin eine sehr emotionale Person. Ich spiele nicht nur auf der Gitarre, wenn ich traurig oder fröhlich bin, sondern immer dann, wenn ich ein starkes Gefühl empfinde. Auf der Platte sind meine persönlichen Höhe- und Tiefpunkte.
Manche Musiker behaupten von sich, dass sie nur kreativ sein können, wenn sie Liebeskummer haben oder traurige Zeiten durchleben. Das trifft also nicht auf dich zu?
Nein, auf keinen Fall. Ich brauche starke Gefühle. Das kann tiefste Traurigkeit, das größte Glücksgefühl, Wut oder sogar die schlimmste Langeweile sein. Es gibt viele Emotionen, die man entdecken kann. Ich liebe es, kleine Momente zu sammeln. Es ist wie fotografieren.
Alle Songs auf deinem neuen Album stammen aus deiner Feder. Gibt es Momente, in denen du an deinem Können zweifelst?
Das ist mir noch nie passiert. Ich schreibe jeden Tag einen Song. Ob ich ihn behalte, ob er gut oder schlecht ist, das ist egal. Ich schreibe mir meine Gedanken und Gefühle von der Seele und am Ende geht es mir besser.
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