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"Das Produkt muss zuerst modisch überzeugen, erst dann sind für Käufer ethische Aspekte interessant", sagt Anton Jurina. "Wir wollen beweisen, dass Ökomode abseits von Sandalen und Batik- Shirts funktioniert." Öko und Fast Food versöhnen, das will die Kette "Gorilla Natürlich" von Matthias Rischau und Dr. Jens Bäumer aus Berlin. Die Zutaten in den fünf vegetarischen Schnellrestaurant- Filialen stammen meist aus regionalem Anbau und sind zu 100 Prozent Bio. "Wir wollen den Natursnacks ihre Lobby wiedergeben", erklärt Matthias Rischau. Denn: "Bio macht einen glücklicher als eine Tüte konventionelle Chips." Das beweisen die Reaktionen seiner Gäste. "Die Büroangestellten, die in der Mittagspause zu uns kommen, sagen immer wieder, dass sie viel mehr Energie für die Arbeit haben, nachdem sie bei uns gegessen haben. Gorillas essen schließlich auch nur Blätter und sind trotzdem die stärksten Tiere im Urwald." Das Credo des Restaurants "Tu dir selbst und gleichzeitig anderen etwas Gutes" passt perfekt in die Lebenswelt der Lohas. Doch nur wenige Unternehmen arbeiten nach diesem Prinzip. Eine Tatsache, auf die das Projekt "Konsum Global" des Jugendumweltnetzwerks Janun in Hannover mit Stadtführungen zum Thema "Nachhaltiger Konsum" aufmerksam machen will. Vor Ort erfahren die Teilnehmer an konkreten Beispielen, wie unser Einkaufsverhalten mit sozialen Missständen in anderen Ländern zusammenhängt. "Damit wir ein T-Shirt für 5 Euro kaufen können, arbeitet eine Näherin in Indien zum Hungerlohn von 50 Euro im Monat", erklärt Organisator Jochen Dallmer. "Deutschland hat den höchsten Kleidungsverbrauch weltweit. 40 bis 50 neue Kleidungsstücke kaufen wir durchschnittlich pro Jahr. Bis eine Jeans im Regal liegt, hat sie im Schnitt 30 000 Kilometer zurückgelegt und wurde mit bis zu 7000 Chemikalien behandelt." Wer denkt schon an diese Verschwendung von Energien und Ressourcen beim Shoppingbummel? Auch ein Grund, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Lohas sind keine Modeerscheinung, da ist sich Zukunftsforscherin Jeanette Huber sicher: "Die Green Economy ist keine Blase wie die New Economy, weil sie auf einem Grundbedürfnis der Menschen beruht: gesundes Leben auf einer sicheren Erde, die nicht in ihrer Existenz bedroht ist." Anfangen kann jeder sofort - spätestens beim nächsten Einkauf.
Aileen Tiedemann
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