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Abenteuer / USA 2011

Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn

Steven Spielberg! Peter Jackson! Die Hollywood-Giganten zeigen mit ihrer Adaption fast vergessener Hergé-Comics das Kino von morgen: Nonstop-Abenteuer für kleine und große Kinder


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Staunen bis zur Schnappatmung
raufgänger Tim und seine Freunde begeben sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Schatz. Dabei kämpfen sie gegen finstere Rivalen und geraten pausenlos in derart haarsträubende Situationen, dass man als Zuschauer in Atemnot gerät ... Kommt irgendwie bekannt vor, oder? Genau: Indiana Jones. Vor 30 Jahren setzte Regisseur Steven Spielberg mit dem Abenteurer neue Maßstäbe fürs Popcornkino. Heute ist Spielberg 64 und zeigt noch immer, wo's langgeht. "Die Abenteuer von Tim und Struppi" ist sein nächster Meilenstein. Nicht, weil es ein 3-D-Film ist. Das gehört zum Standard. Auch nicht, weil er im Performance-Capture-Verfahren gedreht wurde. Sondern weil er diese Techniken nutzt, um seinen Comicfiguren eine Seele zu geben. Das ist zuvor nur Peter Jackson gelungen: mit Gollum in "Der Herr der Ringe". Weswegen Spielberg den Kollegen aus Neuseeland gleich dazu holte. Offiziell fungiert Jackson sogar als Produzent, also Spielbergs Chef. In Wahrheit haben die beiden erfolgreichsten Geschichtenerzähler unserer Tage viel rumgeblödelt, wie man hört. Zwei kindliche Gemüter mit Heidenspaß an ihrem 135-Millionen- Dollar-Spielzeug. Ein bisschen Kindlichkeit sollte sich auch bewahrt haben, wer über die Abenteuer von Rotschopf Tim, Vierbeiner Struppi und Raubein Kapitän Haddock und all den anderen drolligen Charakteren aus der Puste kommen will. Zwar stürzen die Helden bei ihrer Schatzsuche mit einem Flugzeug ab, tauchen zum Meeresgrund, und es pfeifen ihnen Kugeln um die Ohren. Doch getreu der Vorlage bleibt's immer familientauglich. Wer das doof findet, ist bloß zu alt.

Mit der Comicverfilmung "Die Abenteuer von Tim und Struppi" erfüllte sich Steven Spielberg einen Traum. Dafür holte er sich einen weiteren Regie-Giganten als Unterstützung: Peter Jackson. Ein Projekt, über das sich Spielberg freute wie ein kleines Kind.
Er ist einer der größten Filmemacher unserer Zeit. Aber das will Steven Spielberg nicht hören. Beim Interview in San Diego gibt sich der geniale Regisseur ganz bescheiden - und plaudert sogar ein Geheimnis aus.
PRINZ: Mr. Spielberg, bitte verraten Sie uns doch, was das Geheimnis des Filmemachens ist.
STEVEN SPIELBERG: Am Ende des Tages geht es im - mer noch um die Geschich - te. Wenn du keine gute Story hast, dann helfen auch noch so viele technische Innovationen nicht. Und es geht immer um die Augen.
PRINZ: Die Augen?
SPIELBERG: Ja, in den Augen steckt die Wahrheit. In den Augen steckt das Herz eines jeden Charakters. Wenn Sie sich einen Film wie "Manche mögen's heiß" mit Tony Curtis und Jack Lemon anschauen, dann werden Sie feststellen, dass die Genialität des Films darin liegt, wie sich die beiden Charaktere in die Augen schauen.
PRINZ: Stimmt es eigentlich, dass Sie "E.T." damals in erster Linie nur für Kinder gemacht haben?
SPIELBERG: Ja, das stimmt. Ich habe damals sogar zu George Lucas gesagt, dass die Eltern doch ihre Kinder für "E.T." in den Kinos absetzen und dann zum Shopping oder in einen Erwachsenenfilm gehen sollen.
PRINZ: Seit "E.T." hat sich das Filmedrehen sehr ver - ändert. Machen 3-D und Motion Capture das Kino wirklich besser?
SPIELBERG: Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Ich bin nicht wirklich ein großer Computer-Fan. Ich habe sogar Probleme, E-Mails zu verschicken. Aber neue Technologien haben unseren Arbeitsprozess heute sicher einfacher gemacht. Dabei hoffe ich, dass 3-D bald so selbstverständlich wird, dass die Zuschauer es gar nicht mehr wahrnehmen. Und ich hoffe, dass die Kino - betreiber bald nicht mehr so exorbitant hohe Preise für 3-D-Filme verlangen.
PRINZ: Sind Sie eigentlich ein egoistischer Regisseur?
SPIELBERG: Ich bin sehr egoistisch, wenn es um die Reichweite meiner Filme geht. Ich will unbedingt so viele Menschen wie möglich glücklich machen - und keine Kontroversen schüren.
PRINZ: Für "Tim und Struppi" haben Sie mit einem anderen großen Regisseur zusammengearbeitet: Peter Jackson. Wie ist das, wenn zwei Giganten am Set kollidieren?
SPIELBERG: Wir sind nicht kollidiert, im Gegenteil. Ich bin wie ein kleines Kind am Set, ganz aufgeregt. Peter hingegen ist die Ruhe selbst. Ich habe tausend neue Ideen, Peter sieht das Gesamtprojekt. Wir arbeiten wie zwei Wissenschaftler, die einen Code knacken wollen - wir ergänzen uns sehr gut. Au ßer dem sind wir bei de große "Tim und Struppi"- Fans und lieben die Comics. Wir wollten sichergehen, dass wir ihnen mit unserem ersten Film gerecht werden.
PRINZ: Ihrem ersten Film?
SPIELBERG: Ja! Wir hoffen, dass wir noch weitere "Tim und Struppi"-Filme drehen können. Und ich wünsche mir, dass Peter beim zweiten Film Regie führt.
PRINZ: Warum lieben Sie Hergés Figuren so sehr?
SPIELBERG: Tim ist ein Reporter, der Nein nicht als Antwort gelten lässt. Das ist eine Einstellung, mit der ich mich identifizieren kann. Das ist der Tim in mir. Nie aufgeben, immer weitermachen.
Interview: Frank Siering


Start: 27.10.2011, OT: The Adventures of Tintin, Regie: Steven Spielberg, 107 Min.
Fazit: Berauschende Bilder von einer Welt voller Abenteuer - besser geht's nicht
 
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